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Vom Interview bis Instagram: Feuerwehr übt den Umgang mit Medien

Was darf die Feuerwehr schreiben und posten – und was nicht? In Weinsberg haben Einsatzkräfte den Umgang mit Medien geübt – von Pressebericht bis Reel.

Keine Fotos mit Bierglas, keine Kennzeichen, keine Videos mit Musik ohne Lizenz: Feuerwehren im Raum Heilbronn haben am Samstag im Rahmen eines Medientags gelernt, was sie veröffentlichen dürfen – und wo die Grenzen liegen.

In der Feuerwehrwache in Weinsberg ging es nicht nur um Social Media, sondern vor allem um den Umgang mit klassischen Medien. Denn im Einsatzfall zählt oft jede Minute – und die erste Information prägt, wie ein Einsatz in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Medientag der Feuerwehr in Weinsberg: Vom Vortrag zur Praxis

Der Kreisfeuerwehrverband Heilbronn hatte Vertreter der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Landkreis eingeladen. Zum Auftakt gab ein Sprecher der Berufsfeuerwehr Frankfurt einen Einblick in die Medienarbeit einer Großstadtfeuerwehr – von Abläufen in der Pressestelle bis zum Umgang mit sensiblen Einsatzinformationen.

Auch rechtliche Fragen spielten eine Rolle. Ein Medienrechtsanwalt zeigte, wann Fotos oder Berichte problematisch werden können. Ein Sprecher des Polizeireviers Heilbronn erklärte zudem, worauf bei Aufnahmen an Einsatzstellen zu achten ist – etwa im Hinblick auf Ermittlungen – und wie Feuerwehr und Polizei in der Kommunikation zusammenarbeiten. So sollten Kennzeichen nicht veröffentlicht, hilflose Personen nicht gefilmt und bei Todesfällen zunächst die Information der Angehörigen abgewartet werden.

Medientag der Feuerwehr: Vom Vortrag zur Praxis

Am Nachmittag wurde es praktisch. Die Teilnehmer standen vor der Kamera, gaben Interviews und schrieben eigene Presseberichte. Für viele ungewohnt: "So etwas kommt im Alltag nur selten vor", sagte ein Teilnehmer. Gerade deshalb sei es hilfreich gewesen, solche Situationen einmal zu üben – bevor es im Ernstfall darauf ankommt.

Das Schreiben von Berichten trainierten die Teilnehmer gemeinsam mit einer Mitarbeiterin der Heilbronner Stimme. Dabei ging es vor allem darum, worauf Redaktionen achten: verständliche Sprache ohne Fachbegriffe oder Abkürzungen, klare Informationen und Antworten auf die wichtigsten W-Fragen.

Die Feuerwehr hat Vorbildfunktion

Auch der Umgang mit sozialen Medien spielte eine Rolle. So gelten Fotos von Feuerwehrfesten mit Bierglas in der Hand als problematisch – Einsatzkräfte haben eine Vorbildfunktion und stehen in der Öffentlichkeit besonders im Blick. Hintergrundmusik in Videos ist zudem nur erlaubt, wenn die entsprechenden Nutzungsrechte vorliegen, etwa bei lizenzfreier Musik.

Entscheidend ist für viele Teilnehmer vor allem eines: Die erste Pressemeldung bestimmt, wie ein Einsatz wahrgenommen wird. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele Freiwillige Feuerwehren keinen eigenen Pressesprecher haben – häufig übernimmt deshalb die Polizei vor Ort die Kommunikation.

Der Workshop wurde durch eine Belegschaftsspende der Audi AG ermöglicht.

Bild: Zum Abschluss sammeln die Teilnehmer KI-Tools und besprechen, was Feuerwehrleute in sozialen Netzwerken posten dürfen und was lieber nicht. (Quelle: Freiwillige Feuerwehr Weinsberg)

Verfasser: Klaudia Kendi-Prill, HSt

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