Freiwillige Feuerwehr Brackenheim

"Acht Teile - ein Ganzes"

Bereitschaft steht parat

Dienstag, 31.12.2019von Helga El-Kothany, HSt

Feuerwehrleute hoffen auf eine ruhige Silvesternacht – Für den Ernstfall gewappnet

Weihnachtliche Katastrophen durch trockene Tannenbäume, die wie Zunder brennen? Falsche Handhabung von Feuerwerkskörpern, möglichst noch bei erhöhtem Alkoholpegel an Silvester? Löschfahrzeuge, die mit Blaulicht und Sirenengeheul durch die letzte Nacht des Jahres rasen? Feuerwehrleute, die nach einem Notruf aus ihrem Ruheraum durch das Loch im Fußboden an der Stange herunterrutschen und zu ihren Einsatzfahrzeugen sprinten? Also das übliche Szenario, das man aus Nachrichten und Filmen kennt?

Bilanz Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Brackenheim, die sich in lockerer Runde auf der Feuerwache versammelt haben – Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder – können bei dieser Vorstellung nur schmunzeln. Marc Thede schüttelt den Kopf: „Wir sind nicht in Berlin.“ Abteilungskommandant Gerhard Scheerer, dessen Ehefrau Stefanie und Sohn Philipp, 12, ebenfalls mit am großen Tisch sitzen, ergänzt: „Man meint immer, dass an Silvester viel los ist, dass wir mehr Einsätze als normalerweise haben.“ Und auch Feuerwehrkommandant Peter Hügle schüttelt den Kopf. Es gebe im Stadtkreis vielleicht Brennpunkte, aber in Brackenheim wie im gesamten Landkreis sei es sehr ruhig. Es brenne zwar schon mal in Papiercontainern, und die Älteren erinnern sich an einen von einem Feuerwerkskörper verursachten beginnenden Dachstuhlbrand am 1. Januar 2011. Viel mehr hat es bisher nicht gegeben.

Kameradschaft Seit 2010 ist die Bereitschaft in der Silvesternacht freiwillig, aber es sind genügend Retter im Notfall vor Ort. Da die Kameradschaft in Brackenheim groß geschrieben und, wie Francesco Bruno gut gelaunt erzählt, man keinen Unterschied mache zwischen „privat“ und „Feuerwehr“, wird gemeinsam mit den Familien im Feuerwehrhaus gefeiert. Es wird gekocht, gegessen, in Maßen getrunken, gespielt, und das obligatorische „Dinner for One“ läuft im Schulungsraum über die Leinwand. Selbstverständlich können nicht alle Floriansjünger auch nur am Sektglas nippen. Der Ernstfall könnte eintreten, so wie man während des ganzen Jahres stets mit einem Einsatz rechnen muss. 104 Einsätze waren es bereits, wobei Brände, also die klassische Feuerwehrarbeit, eher selten sind. Meist geht es um Unfälle und die Beseitigung von Ölspuren.

„Ein Standardszenario gibt es nicht. Jeder Einsatz ist anders“, sagt Gerhard Scheerer. „Man hat gelernt, zu improvisieren. Feuerwehrtaktik.“ Doch auch wenn man nicht unbedingt mit einem Einsatz an Silvester rechnet, ist es für Peter Hügle beruhigend zu wissen, dass so viele Kameraden anwesend sind. „Der Gedanke im Hinterkopf ist da, dass man vielleicht ausrücken muss.“

Und die Feuerwehr beugt vor und klärt auf. Der Kreisfeuerwehrverband Heilbronn warnt auf seiner Internetseite und auf Facebook vor unachtsamem Umgang mit Feuerwerkskörpern und gibt Tipps, damit das neue Jahr nicht gleich mit einer Katastrophe beginnt.

Erreichbarkeit Und sollte tatsächlich in der in Großstädten „arbeitsreichsten Nacht des Jahres“ auch in Brackenheim etwas passieren, was Tabea Schunke und ihre Kameraden nicht hoffen, so ist die Feuerwehr über einen Anruf – 112 – zu erreichen und schnell zur Stelle.

Wenn um Mitternacht auch auf dem Feuerwehrgelände geböllert wird und Raketen gezündet werden, hört sich Peter Hügle in der Funkzentrale an, was im Landkreis passiert – und hofft, dass es so ruhig bleibt wie in den letzten Jahren. Eine Garantie gibt es nicht. Und sollte es keine besonderen Vorkommnisse geben, gehen auf dem Gelände in der Georg-Kohl-Straße zwischen 3 und 4 Uhr morgens die Lichter aus.

Bild: Löschen, Retten, Bergen, Schützen! Das Motto der Feuerwehr gilt auch in der Silvesternacht, die im Landkreis jedoch meist ruhig verläuft. (Quelle: Helga El-Kothany, HSt)